Science Fiction hat viele Anhänger. Es gibt so viele Fernsehserien, Romane, Kinofilme und vieles, vieles mehr. Aber was genau macht den Reiz aus? Ist es wirklich der Weltraum und die ganze Technologie, die außerirdischen Lebensformen und all das oder steckt da mehr dahinter?
Könnte es vielleicht auch sein, dass das wirklich interessante an Science Fiction nicht die Technologie ist, sondern wie die Menschen in dieser Zeit miteinander umgehen? Ich denke dabei an Star Trek.
Um es mit VFB zu sagen: die ganze Technik und Gleichberechtigung, Motivation der Besatzung etc. ist nur die ‘Tapete’ vor der sich alles abspielt. Aber bei Star Trek geht es scheinbar eher um Beziehungen als um die Wunderwelt der Technik oder das wir Horido schreiend in den Weltraum fliegen. Es sind hier weniger die Kämpfe mit hypermodernen Waffen, die zählen, sondern eher der Kontakt mit anderen Lebensformen, sich nicht einmischen und von den anderen zu lernen.
Kann es nicht sein, dass genau diese Punkte den Reiz oder zumindest einen großen Anteil am Reiz von Serien wie Star Trek haben? Es scheint doch so, dass die ganze Serie ab Next Generation (übrigens gibt es auch viele sehr alte Science Fiction Romane, die ebenfalls schon technologische Spielereien haben, aber auch hier dient das nur als Hintergrund) sich um den Kontakt mit anderen bemüht.
Dass es nicht darum geht, dass eine fremde Welt eine neue Waffe geschaffen hat oder falls doch kommt es jedenfalls im Verlauf der Serie zu einem guten Ende. Gut, es gibt kriegerische und erobernde Rassen in Star Trek wie die Borg, die nicht lernen, sondern erobern und neue Komponenten zwar aufnehmen wollen, aber ansonsten die ‘unzivilisierten’ Völker kultivieren wollen. Aber schließlich versuchen die Menschen in dieser Zukunft trotzdem mit diesen Borg umzugehen und wollen sie nicht töten, sondern versuchen trotzdem einen Kompromiß zu suchen.
In einer Folge als ein Borg gefangen war hatte die Besatzung der Enterprise die Möglichkeit mit einem speziellen mathematischen Bild, welches nicht zu Ende zu rechnen sei, das gesamte Kollektiv auszuschalten aber man entschied sich, dem Borg Persönlichkeit zu geben. Auch hier zeigt sich, dass der typisch menschliche Instinkt seine Feinde zu töten (oder typisch männlich?) hier nicht mehr greift oder sich die Menschen so weiterentwickelt haben, dass es nicht mehr notwendig ist, alle Bedrohungen sofort zu vernichten. Sondern vielmehr eine Lösung zu finden, wie man auf lange Sicht mit diesem Volk umgehen kann.
Ganz gleich ob diese Verhaltensweisen den Reiz der Serie ausmachen oder nicht – wäre das nicht eine schöne Zukunft? Wo wir gelernt haben, uns wirklich zivilisiert zu benehmen und (weitgehend) ohne Vorurteile oder Ablehnung leben? Arbeiten wir an so einer Zukunft und freuen uns auf den Tag, wenn sie da ist.