Beginnen wir mit einem Zitat.
Als der Pflug erfunden wurde, haben einige gesagt, das ist schlecht, dasselbe war der Fall beim Buch, beim Telefon, beim Auto, beim Fernsehen und bei fast jeder neuen Technologie. Das war immer so und wird immer so sein. Die nächste Generation hat die neue Technologie dann aber jedesmal fast schon als völlig selbstverständlich betrachtet. – Bill Gates
Wir machen es uns normalerweise nicht bewußt, aber wir werden von der nachfolgenden Generation überholt. Wir sind mit Dingen aufgewachsen, die wir für völlig selbstverständlich hielten, weil wir es nicht anders kannten. Was für uns normal ist, war für unsere Eltern eine Neuerung, etwas außergewöhnliches, etwas neues zum Lernen.
Und wir, die wir die Entwicklung des Handys, des Internets, die Währungsumstellung etc. mitgemacht haben: wir erinnern uns noch (dunkel) wie es vorher war. Aber die Menschen, die später als wir geboren wurden, kennen die Welt ohne diese Dinge gar nicht. Alles neue wird von der heranwachsenden Generation als nicht-neu empfunden und als völlig normal betrachtet.
Wir müssen uns klarmachen, wenn wir nicht mit der aktuellen Entwicklung Schritt halten, werden wir von der jungen Generation überholt. Dienste, die es früher nicht gab und von den ‘Alten’ noch nicht verwendet werden (weil sie zu lernfaul waren, weil sie ‘die Zeit noch nicht hatten’ oder aus anderen obskuren, vorgeschobenen Gründen) werden von unserer heutigen Jugend schon eingesetzt.
In den USA heißt es “Grow or go”: wachse oder verschwinde. Oder: lerne oder du gehst unter.
Singlebörsen schießen aus dem Boden, im Internet gibt es zig verschiedene Singleportale. Und die Mehrheit der Nutzer sind: Jugendliche. Angefangen von 16 Jahren (offiziell). Unsere Jugend nutzt diese Medien so selbstverständlich wie sonst etwas. In Zukunft wird es nicht nur normal sein, auf diesen (und auf vielen) Börsen vertreten zu sein. Nein, die Leute werden sich fragen, wie wir das früher gemacht haben, jemanden kennenzulernen. Insbesondere, da unser Radius an Bekanntschaften räumlich begrenzt ist, das Internet aber die Möglichkeit bietet, den idealen Partner 800 km weit entfernt zu finden, anstatt in 80 km Umgebung einen gerade so passenden Partner zu finden. Das wird ein Hauptargument der Nutzer werden. Warum sich mit etwas passablem zufrieden geben, wenn man das passende über das Internet bekommen kann?
Überhaupt wird der Umgang mit persönlichen Daten immer leichtsinniger. Zumindest erscheint es im Moment so. Die Gesellschaft wird sich aber möglicherweise in eine Richtung entwickeln, wo es kein Problem mehr darstellt, wenn mehr persönliche Informationen online offen zur Verfügung stehen, als es heute der Fall oder gewünscht ist. So wie frühere Tabubrüche und dass man Dinge wie Sex oder Sexualität nicht in der Öffentlichkeit diskutiert sich ebenfalls gewandelt haben wird auch der Umgang mit Daten im Internet sich stark wandeln. Wovor uns Datenschützer heute bewahren wollen wird in naher Zukunft veraltet sein, weil ein Selbstregulierungsprozeß einsetzen wird.
In jedem Fall schreitet die Zukunft rapide voran und das Internet ist der Bote einer sich verändernden Weltordnung. Und es wird eine gute Welt. Mit exponentiellen Möglichkeiten.
Ich jedenfalls schau mir jetzt mal die heißen Schnecken auf den Singlebörsen an. Schönes neues Zeitalter.