April 13, 2009

Freundschaften schließen

Wer schon mal mit mir unterwegs war hat sicherlich schon bemerkt, dass es mir nicht schwerfällt, mit neuen Leuten d.h. völlig Unbekannten, ins Gespräch zu kommen und eine gute Zeit zu haben.

Ich bin zwar nicht immer in Stimmung dazu aber grundsätzlich kann ich leicht und unbefangen auf Leute zugehen. Wie kommt das? Nun, für mich ist die Erklärung ganz einfach: Ich behandle alle Menschen als Freunde.

Ich gehe davon aus, dass alle Menschen gute Freunde werden können. Und ein Sprichwort sagt ja auch: “Ein Fremder ist ein Freund, den du noch nicht kennst.” Warum also nicht danach handeln? Für mich ist es grundsätzlich so, dass andere Menschen freundlich sind. Viele wünschen sich auch, einmal angesprochen zu werden, trauen sich aber selbst nicht, es zu tun. Und was kann schlimmstenfalls passieren, wenn jemand sich dann nicht freundlich verhält? Dann endet das Gespräch eben schnell, aber das ist für mich weder schlimm noch interessiert es mich, was der andere ’sich danach denkt’. 

Das ist wahrscheinlich auch ein Hauptgrund, warum wir so ungern andere Menschen ansprechen: wir fürchten uns davor, dass der andere abweisend reagiert oder anschließend ’schlecht von uns denkt’. Nun, kein Vorwurf, dieser Mechanismus ist seit Jahrtausenden in unseren Köpfen um uns zu schützen. Wir sind Menschen in einer modernen Welt, aber wir laufen noch mit einem uralten Betriebssystem. Wir sind für die moderne Welt nicht vorbereitet und müssen darin leben. Unser Verhalten paßt noch nicht zu unserer neuen Welt.

Wie leicht ist es heute, in ein fremdes Land zu fliegen und dort neue Menschen kennenzulernen? Wir haben unendlich Ressourcen an neuen Bekanntschaften, aber unsere Programme im Kopf haben das noch nicht kapiert. Deshalb ist es umso wichtiger, dass es Menschen gibt, die öfters mal unbefangen auf die Menschen zugehen. 

Grundsätzlich ist für mich jeder Mensch ein Freund und ich kann mich mit ihnen unterhalten. Auch über mehr als nur flache Dinge. Aber wenn ich am nächsten Tag wieder im selben Lokal bin, kann es sein, dass ich mich nicht an den Namen von Personen erinnere. Das ist auch nicht schlimm, denn es exisitiert bei mir (und wahrscheinlich bei jedem) ein sogenannter ‘Innerer Kreis’. D.h. auch wenn ich mich mit anderen Leuten gut verstehe, kann es sein, dass das eine einmalige Geschichte ist.

Wer dagegen zum Inneren Kreis gehört ist jemand, mit dem ich öfter Kontakt habe, der mehr über mich auch privat erfährt und wo ich den Namen schließlich auch kenne (manchmal erst nach einer gewissen Zeit). Das sind die Personen, die man normalerweise als ‘Freunde’ bezeichnet. 

Um es kurz zu fassen: ich unterhalte mich auch gern mit Fremden und kann leicht auf diese zugehen. Kein Problem, sich gut zu unterhalten und nen lustigen Abend zu verbringen. Und wen ich öfter sehe, hat gute Chancen, zum Inneren Kreis zu gehören. Das braucht etwas mehr Zeit als nur einen Abend kennenlernen, aber im Grunde ist mir jeder willkommen. Das heißt auch, dass niemand Sorgen haben muss, wenn er sich mit mir unterhält, dass da gleich sonstwas draus wird. Jedenfalls macht es Spaß, neue Leute und Sichtweisen kennezulernen. Vielleicht treffen wir zwei uns ja auch mal?

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