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Musterung Teil 7

Worauf warten wir hier eigentlich? Weiß das jemand? Einer weiß Antwort: Auf den Wehrdienstberater!

Wir kommen auch der Reihe nach dran bei diesem Wehrdienstverräter oder wie der sich nennt. Der quatscht so nochmal ein bisschen was und beantwortet uns unsere Fragen. Total unwichtig jedenfalls. Nach 15 Minuten ist das gelaufen und er entlässt mich mit der Bemerkung, ich soll nochmal draußen auf den Stühlen Platz nehmen, weil noch der psychologische Test drankommt. Aber da jetzt Mittagspause ist und ich erst danach drankomme, kann ich mir schnell was zu essen holen.

Mach ich auch. Endlich mal für ne halbe Stunde raus aus dem Affenkasten. Die Welt außerhalb des KWEA sieht trotz Novemberwetter so freundlich aus und auch der mürrische Busfahrer, den ich direkt vor dem KWEA treffe, lächelt für mich wie ein Heiliger. Die Bratwürste schmecken so gut wie der beste Sonntagsbraten und die TopStar Cola hat Champagnerqualitäten.

Aber die halbe Stunde ist schnell vorbei und so darf ich mich wieder zu den anderen Tieren auf die Schlachtbank setzen und auf den ‚psychologischen Test’ warten.

Ab und zu wird auch jemand aufgerufen, aber bis der nächste drankommt, das dauert. Mein Vorgänger von heute morgen wird gerade zu dem Test bestellt und ich rechne mir aus, dass es wohl noch mindestens eine halbe Stunde dauern wird, bis ich endlich drankomme.

Mit der Zeit hätte ich wahrlich besseres zu tun. Aber oh Wunder! Ich komme keine 10 Minuten später dran.

Ich betrete einen Computerraum, in dem bereits 16 andere Männer sitzen, jeder vor einem Rechner und mit Kopfhörern. Da könnte man doch bestimmt ein bisschen herummanipulieren und mal kucken, was die so alles auf den Rechnern haben?! Ha, denkste!

Denn die ‚Tastatur’ die man hat, ist ein vorzeitliches Modell, das mit unseren heutigen Keyboards rein gar nichts zu tun hat. Da sind kleine rechteckige Felder, in denen mehrere Leuchtdioden angebracht sind, Tasten mit Symbolen und eine JA/NEIN-Taste. Bei näherer Betrachtung fällt auf, dass man drei Zeilen zu je zehn Symbolfeldern hat, wie in einem Koordinatensystem und das die Felder mit den Leuchtdioden somit die ‚Skalierung’ darstellt. Was ich wohl damit anstellen darf?

Aber bevor sie mich an den Rechner lassen, bekomme ich einen Fragebogen, auf dem ich bitte einmal meine Erwartungen an die Bundeswehr und die Vorgesetzten notieren soll. Na gut, könnt ihr haben.

Ich will fair behandelt werden, meine Gesundheit und meine Würde sollen geachtet werden, ich hoffe, angemessen ernährt zu werden und außerdem hoffe ich, dass die Dritte-Sohn-Regelung greift!

 
  • Thursday, April 9th, 2009,
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