March 9, 2009

Die Sache mit dem Schnee

Wenn ich aus dem Fenster sehe, stelle ich fest, dass es ein klein wenig geschneit hat, heute nacht. Ich bin eines jener Individuen, die mit Schnee nicht viel anfangen können. Ich bin ein Sonnentyp.

Meine frühesten Erinnerungen waren natürlich Schneemann bauen, Iglu bauen (haben wir als Kinder noch gemacht), Schneeballschlacht :D und… eingeseift werden. Als jüngster von 3 Söhnen ist man in der Position. Und auch dann, wenn die Freunde der Brüder zu Besuch sind: man geht natürlich auf den Schwächsten und das war damals eben ich. Alles in allem also typische Erfahrungen.

Oh und ich erinnere mich, wie die Hände immer pulsiert haben und dick und heiß wurden, wenn man von der Kälte nach innen kam und der Körper auf die Temperaturunterschiede reagiert hat. Alles in allem aber doch glückliche Erfahrungen mit dem Schnee.

Als ich aber alt genug wurde, um auch Schnee räumen zu können, änderte sich das mit der Zeit. Da wir einen großen Hof haben, mussten wir oft genug wieder am einen Ende mit Schnee räumen anfangen, wenn wir am anderen Ende fertig waren. Dazu die Kälte, oft nasskalt und das ist die ungemütlichste Form. Außerdem kam bereits früh die Waldarbeit dazu. Und im Wald arbeitet man nur im Winter, weil dann die Bäume inaktiv sind. Da ist man also im Wald, es ist kalt, rutschig und man soll schweres Holz herumtragen, nach Hause fahren und dort im Frühjahr/Sommer sägen. 

Ich konnte mich für all das als Kind überhaupt nicht begeistern, wollte in meiner Freizeit natürlich auch frei haben wie meine Freunde, die alle nicht mit einem großen Hof und Wald gesegnet waren. Überhaupt kapieren Städter oder Menschen mit einem Mietshaus oft nicht, was an Arbeit anfällt, wenn man Eigentum hat, bzw. dass man nicht Freizeit hat wie sie oder dass sich gewisse Arbeiten nicht verschieben lassen. Aber das ist ein anderes Thema.

Jedenfalls ergab es sich so, dass Winter gleichbedeutend war mit Waldarbeit und die hasste ich als Kind. Bis vor wenigen Jahren konnte ich die immer noch nicht ab. Man beginnt, den Winter zu hassen.

Nicht zu vergeßen die Sache mit dem Autofahren! Oft genug hätte dieser Schnee schlimmes bewirken können und oft genug ist es zum Glück gut ausgegangen. Aber auch von dem Gesichtspunkt her bin ich nicht des Winters größter Freund.

Ein Hauptgrund für mich ist allerdings noch, dass ich mit Kälte nicht so gut kann, wie mit Hitze. Kälte mag ich nicht, Sonne und Wärme dagegen schon. Ich kann beim Kochen oft genug Töpfe oder andere heiße Sachen direkt anfassen, ohne dass mir die Temperatur etwas ausmacht. Nur bei Kälte habe ich da meine Schwächen. Meine Mutter ist genauso. Mein Vater allerdings umgekehrt: der kann mit Kälte ideal umgehen, aber Hitze ist nicht unbedingt seines. Ich bin also von Natur aus eher auf Wärme eingestellt. Darum werde ich mir später auch ein Haus nehmen, wo es warm ist. Oder ich möglichst wenig Schnee und Kälte abbekomme. Kanada ist also schonmal gestorben. 

Schnee hat auch seine coolen Seiten, zumindest wenn man in Gesellschaft ist. Da kann man dann viel lustiges draußen machen. Wenn es nach mir geht, ziehe ich allerdings in eine Gegend, wo ich keinen Schnee mehr abbekomme. Das Weiß des Winters hat zu recht viele Fans – nur ich bin keiner davon.

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