Kürzlich war in der Zeitung zu lesen von etwas, was ich hier einmal “Bildungsranking” nennen will.
Es ging dabei darum, wieviel Geld die Ländern in die Schulen stecken und wie das Niveau insgesamt bewertet wurde. Bayern landete dabei auf dem vierten Platz, hat also scheinbar gute Schulen und wendet einiges auf für die Bildung und die Bildungseinrichtungen. Und man ist stolz auf das Ergebnis.
Wie zum Teufel kann man stolz darauf sein, dass wir aber im internationalen Vergleich so miserabel sind? Unser Bildungssystem ist schlecht, marode, überholt und voller Wasserköpfe. Die Bildungsinhalte sind belanglos, realitätsfremd und unsere Kinder werden nicht auf die Anforderungen, die auf sie zukommen und die wichtig wären, vorbereitet. Jeder weiß das, auch die wasserkopferten Herren und Damen Politiker und unternehmen nichts für eine Besserung.
Oder noch schlimmer: sie wissen es nicht und glauben wirklich, dass System und Inhalte in Ordnung sind und das wesentliche vermitteln. Gott bewahre, das tun sie nicht! Ich selbst habe eine ‘ordentliche’ Schulbildung über mich ergehen lassen und außer Lesen, Schreiben, Rechnen (Grundrechenarten reichten mein ganzes Leben lang) und dem 10 Finger System habe ich kaum wesentliches mitgenommen. Weil nichts von dem vermittelten Rest von Wert war.
Ein paar Brocken Biologie, ein klein wenig Geschichte, Physik und Chemie und sogar Bruchstücke von Erdkunde waren interessant und geben mir ein wenig der so genannten “Allgemeinbildung”. Das ich nicht wissen will, was jeder weiß (ich kann ja dann jederzeit jemanden dazu fragen, wenn ich etwas wissen will), sondern können will, was für mich wirklich wichtig ist, wird in unserem Schulsystem bisher außen vorgelassen. Hier wird nicht nach Talenten, Begabungen und Fähigkeiten unterrichtet, sondern nach einem starren System, in dem der Schüler verunmenschlicht wird und zu funktionieren hat. Denn sonst bekommt man ja heutzutage auch schnell den “Zappelphillip” aufgedrückt, neudeutsch: ADS.
Noch schlimmer ist aber, dass wir eine Koedukation haben und Kinder mit Aufgaben (Prüfungen) belasten, für die sie noch gar nicht reif sind und das Lehrsystem der natürlichen Entwicklung entgegen steht. Kinder sind dem psychischen Streß durch Prüfungen noch nicht gewachsen, sie lernen in jedem Lebensjahr andere Dinge bevorzugt besser (von Natur aus) und der Lehrplan nimmt darauf keine Rücksicht und in fast allen Fächern herrscht Koedukation (gemeinsames Unterrichten von Mädchen und Jungen). Wo man weiß, dass in manchen Fächern eine Trennung der Geschlechter notwendig wäre, da Jungen in manchen Fächern besser nur unter Jungs und von einem männlichen Lehrer lernen und bei Mädchen dasselbe gilt.
In anderen Fächern können sie zusammen lernen aber es bringt so viel mehr, wenn man nicht gegen die Natur arbeitet. Doch unser Bildungssystem nimmt auf all diese Dinge keine Rücksicht. Wir werden noch Jahre und Jahrzehnte brauchen, bis diese Erkenntnisse endlich umgesetzt werden. Und dafür bekommen unsere Schulen auch noch eine 1. Na Prost Mahlzeit.
PS: wer seine Kinder anders erziehen will, dem sei eine naturnahe Schule angeraten oder sich einmal näher mit den Montssori-Schulen zu beschäftigen. Ich war früher auch kein Fan von diesen “Spinnerschulen” wo nur Ökos rumlaufen. Aber wer sich damit auseinandersetzt, ohne sich eine Meinung zu bilden, bevor man selbst Fakten gesammelt hat, erweist seinem Kind womöglich den größten Dienst.